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SÜDAFRIKA 2012

3195 KILOMETER
17 TAGE
11 HOTELS
6 NATIONALPARKS
3 REIFENPANNEN

 

29.01.2012

19:00 Uhr, Abflug von Wien. Während wir uns Richtung Gate bewegen, scheint sich Österreich doch noch zu entschließen, winterlich zu werden: Temperaturen weit unter null sind angesagt. Ein letzter eisiger Abschied – und gleichzeitig ein beruhigender Gedanke, denn unsere Aussichten könnten kaum besser sein. In den nächsten Tagen werden wir eher schwitzen als frieren.

Dieser Urlaub ist mehr als nur eine Reise, er ist dringend notwendig. Wir stehen beide kurz vor dem Burn-out, die vergangenen Jahre waren schlicht zu arbeitsintensiv. Die kommenden 17 Tage sollen verlorene Energie zurückbringen – und uns den nötigen Raum geben, um darüber nachzudenken, wie es beruflich weitergehen soll.

Wie so oft führt der Weg nach Südafrika über Frankfurt. Am Gate B44 wartet ein Jumbo auf uns: eine Boeing 747-400 der Lufthansa. Vermutlich eines der ältesten Modelle der Flotte – und die Sitze wirken tatsächlich, als hätten sie schon viele Jahrzehnte hinter sich. Der Flug ist entsprechend mühsam: wenig Platz, unbequeme Sitze, an Schlaf ist kaum zu denken. Doch auch die längste Reise hat ein Ende, und schließlich landen wir pünktlich in Kapstadt.

Durch unsere etwas „unglückliche“ Sitzplatzwahl in Reihe 35 verlassen wir das Flugzeug fast als Letzte. Die Konsequenz: endloses Warten bei der Einreise und beim Geldwechsel. Als wäre das nicht genug, folgt noch der Zoll. Ich habe die Bestimmungen nicht ganz genau gelesen – von meinen 25 mitgebrachten Zigarren sind fünf zu viel. Das kostet zwar nur ein paar Euro, vor allem aber Nerven und Zeit für Papierkram.

Es gibt einfach Tage, an denen die Herausforderungen nicht abreißen wollen. Bei der Mietwagenfirma versucht man uns statt des gebuchten 4x4 einen Wagen mit Zweiradantrieb unterzujubeln – für unsere geplante Route absolut keine Option. Nach einigen Diskussionen findet sich schließlich doch noch ein Nissan X-Trail mit Allradantrieb. Erleichterung.

Dann noch die ersten vorsichtigen Kilometer im Linksverkehr, die sich nach etwa zehn Kilometern erstaunlich schnell normal anfühlen. Und plötzlich ist es soweit: Wir sind angekommen.

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25 Grad, leicht bewölkt – perfektes Reisewetter. Mit jedem Kilometer, den wir auf der N2 Richtung Osten zurücklegen, wird die Landschaft schöner, weiter, freier. Die Weite ist nicht nur sichtbar, sie ist regelrecht spürbar. Spätestens am Sir Lowry’s Pass, mit seinem atemberaubenden Blick über die False Bay, kommt auch unser Kopf endgültig in Südafrika an. Der Alltag liegt plötzlich sehr weit weg.

Bei Botrivier verlassen wir die Autobahn und biegen auf die N43 Richtung Süden ab. Die Strecke führt durch Hermanus und weiter zu unserem heutigen Ziel: dem Grootbos Nature Reserve. Ein Ökohotel mitten in einem Naturschutzgebiet nahe Gansbaai, eingebettet in eine einzigartige Fynbos- und Waldlandschaft mit Blick auf die Walker Bay. Wir beziehen eines der größeren Zimmer – mit Wohnraum, Schlafzimmer, großzügigem Bad und einer riesigen Terrasse. (2012 noch ein Ökohotel, heute ein 5-Sterne-Luxusresort mit verschiedenen Unterkünften.)

Der Schlafentzug der letzten Tage steckt uns noch tief in den Knochen. Also gönnen wir uns zunächst einen ausgedehnten Lunch, begleitet von einem herrlichen Chardonnay von Paul Clüver. Auf die angebotenen Nachmittagsaktivitäten verzichten wir bewusst. Stattdessen spazieren wir gemütlich über das Gelände, vorbei an Pferden, Schweinen, Enten und Gänsen, die hier auf der Farm leben – entschleunigend und genau richtig für diesen Moment.

Unsere Terrasse ist ein kleines Paradies für sich: mitten im Fynboswald sitzen, den Blick auf das Meer gerichtet, dazu ein Glas südafrikanischen Pinot und eine Zigarre. Viel besser geht es kaum.

Am Abend erwartet uns ein feines sechsgängiges Menü auf der Terrasse des Haupthauses. Es ist etwas windig, weshalb wir die Einzigen sind, die draußen sitzen. Fast fühlt es sich an, als hätten wir dieses Paradies ganz für uns allein – begleitet von einem der besten Weine der Gegend, einem Pinot Noir von Hamilton Russell. Doch irgendwann siegt die Müdigkeit. Es war ein langer, intensiver Tag, und so zieht es uns bald ins Bett.

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Eine kleine Überraschung wartet dann noch im Bad: In der Badewanne hat es sich eine südafrikanische Riesenkrabbenspinne – eine sogenannte Rain Spider – gemütlich gemacht. Ein beeindruckendes Tier, groß, flach und mit erstaunlicher Spannweite. Optisch definitiv nichts für schwache Nerven, auch wenn sie völlig harmlos ist. Rain Spiders sind nicht aggressiv, für Menschen medizinisch unbedeutend und sogar nützlich, da sie aktiv Insekten jagen und deshalb oft geduldet werden – zumindest theoretisch.

Praktisch sorgen sie erst einmal für einen ordentlichen Schreckmoment. Christine bleibt jedoch vollkommen unerschrocken: Nach einer kurzen, routinierten Fangaktion wird die Spinne behutsam nach draußen gebracht und dort wieder in die Freiheit entlassen. Südafrika-Feeling pur – inklusive unerwarteter Begegnungen.

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31.01.2012

Herrlich geschlafen. Der erste Morgen ohne Zeitdruck fühlt sich wunderbar an. Auch heute verzichten wir bewusst auf das Unterhaltungsprogramm des Resorts und nutzen den Vormittag, um uns neu zu organisieren. Damit wir nicht bei jedem Stopp das gesamte Gepäck ins Zimmer schleppen müssen, packen wir einen Koffer für die nächsten Tage – der Rest bleibt gut verstaut im Auto. 

Nach einem ausgesprochen üppigen Frühstück brechen wir auf. Um sich auf das Land einzustimmen, könnte die gewählte Route kaum besser sein. Die R320 führt uns durch weites Farmland, bevor wir auf die N2 stoßen – eine Mischung aus Autobahn und Landstraße, die sich entspannt fahren lässt. Die Strecke ist unglaublich abwechslungsreich: Felder, sanfte Hügel, wechselnde Vegetation und immer wieder neue Landschaftsbilder.

Unterwegs begleiten uns Kraniche, Störche und Strauße, dazu einige Raubvögel, die hoch über uns ihre Kreise ziehen. Allein die Fahrt fühlt sich schon wie ein kleines Naturerlebnis an. Unser Ziel ist Knysna, einer der bekanntesten Orte an der Garden Route.

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Nach etwas mehr als vier Stunden Fahrt erreichen wir Thesen Island. Das künstlich angelegte Jachthafenviertel von Knysna besteht aus 19 kleinen Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden und von Wasserwegen umgeben sind. Überall reihen sich elegante Häuser und Apartments aneinander, dazwischen liegt die „Thesen Harbour Town“ mit ihren Boutiquen, Restaurants, Cafés und Hotels. Alles wirkt sehr gepflegt, sicher und maritim – eine in sich geschlossene kleine Welt, die historischen Charme mit moderner Infrastruktur verbindet.

Unser Zimmer im The Lofts Hotel ist recht schnuckelig: nicht groß, aber gemütlich, mit genau dem richtigen Maß an Komfort. Nach der langen Fahrt fühlen wir uns hier sofort angekommen.

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Knysna-Austern gelten als berühmte Delikatesse aus der Lagune von Knysna. Ihr vollmundiger, fast buttriger Geschmack mit einer feinen Salznote entsteht durch das besondere Zusammenspiel von Süß- und Salzwasser in ihrem Lebensraum. Genau deshalb stehen sie ganz oben auf unserer kulinarischen Wunschliste.

Unser Geheimtipp wäre das Oystercatcher Inn, direkt am Hafen in die Lagune gebaut. Doch dort erleben wir eine kleine Enttäuschung: Man wimmelt uns freundlich, aber bestimmt ab. Die Erklärung geht im Sprachchaos etwas unter – wir verstehen nur, dass sie entweder heute schließen … oder für immer. (Wie sich später herausstellt: für immer.)

Zum Glück findet sich rasch eine würdige Alternative. Im 34 South bekommen wir schließlich unser wohlverdientes Dutzend Austern, dazu Calamari in würziger Piri-Piri-Sauce und ein Glas herrlichen Chardonnay. Der Frust ist schnell vergessen – manchmal führen Umwege eben doch genau dorthin, wo man landen soll.

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Das Wetter zeigt sich heute ausgesprochen launisch. Bei der Abfahrt am Morgen sind es angenehme 22 Grad und ein bewölkter Himmel, unterwegs dann plötzlich strahlender Sonnenschein mit knapp 30 Grad – unterbrochen von gelegentlichen Regenschauern. Nun, ist der Himmel komplett zugezogen, und es beginnt mit großen, schweren Tropfen zu regnen.

Wir ziehen uns auf die überdachte Terrasse des Hotels zurück. Ägyptische Gänse leisten uns Gesellschaft, stolzieren neugierig umher, sie scheint der Regen kaum zu stören. Wir nutzen die Zeit, um das Reisetagebuch zu ergänzen – und trinken vorsichtshalber noch eine Flasche Sauvignon Blanc. Man weiß ja nie, ob Alkohol nicht vielleicht schon ab morgen verboten wird.

Abends geht es noch ins nahegelegene Restaurant Scirocco. Es gibt Seafood, wie es sich hier gehört, und natürlich eine Flasche Chardonnay von Thelema. Gegen 22:00 Uhr ist dann endgültig Schluss: todmüde fallen wir ins Bett und lassen den Tag ausklingen.

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01.02.2012

Das Wetter hat sich nicht wirklich gebessert. Es regnet, doch mit rund 20 Grad ist die Temperatur angenehm. Heute geht es Richtung Norden – und wie so oft entscheiden wir uns nicht für die schnellste, sondern für die schönste Route.

Es dauert eine Weile, bis wir auf der R339 die Außenbezirke und damit auch die Townships von Knysna hinter uns lassen. Schweine, Hühner und Kühe teilen sich hier ganz selbstverständlich die Fahrbahn, und man ist gut beraten, aufmerksam zu fahren. Nach und nach werden die Hütten weniger, der Asphalt verschwindet, und schließlich geht die Straße in eine Schotterpiste über.

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der gelegentlichen Regenschauer ist die Fahrt ausgesprochen beeindruckend. Die Straße ist eng, kurvenreich, gespickt mit Schlaglöchern, und hinter jeder Biegung eröffnet sich eine noch üppigere Vegetation. Dichte Wälder, tiefes Grün und immer wieder blühende Proteas säumen den Weg.

Die R339 ist die historische Route des Prince Alfred’s Pass – landschaftlich spektakulär, fahrerisch anspruchsvoll. Sie verbindet die Küste bei Knysna mit Uniondale in der Kleinen Karoo und führt durch steile, kurvige Abschnitte, tiefe Schluchten und üppige Wälder. Ein echtes Ingenieurswunder des 19. Jahrhunderts, geschaffen von Thomas Bain – und für uns ein weiterer Moment, in dem Südafrika zeigt, wie viel Schönheit jenseits der Hauptstraßen liegt.

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Bei Uniondale endet die Passstraße, und mit ihr scheinbar auch die Zivilisation. Ab hier wird das Land immer menschenleerer. Kilometer um Kilometer ziehen wir nach Norden durch diese wundervolle, stille Landschaft. Mohairziegen und Schwarzkopfschafe sind die einzigen Lebewesen, die uns begegnen – ansonsten nur Weite, Himmel und Straße.

Kurz vor Beaufort West erreichen wir den Karoo-Nationalpark. Er ist bekannt für seine zerklüfteten Landschaften, seine reiche Fossilienwelt und eine Tierwelt, die perfekt an die Trockenheit angepasst ist. Und genau davon bekommen wir auf unserer Rundfahrt reichlich zu sehen: Oryx, Kudus, Springböcke, Zebras, Kuhantilopen – eine beeindruckende Vielfalt in dieser kargen Umgebung.

Auf dem Nuweveld Trail, der ausschließlich für Allradfahrzeuge freigegeben ist, wartet dann noch ein echtes Highlight: Eine Gruppe von etwa 50 Elandantilopen zieht  durch die Landschaft. Das Befahren des Trails macht unheimlich Spaß – der Weg ist anspruchsvoll, voller kleiner Hindernisse, und unser Nissan kämpft sich tapfer und zuverlässig hindurch. 

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Dann holt uns das schlechte Wetter wieder ein. Das Thermometer hat es zuvor noch auf 31 Grad geschafft, doch ein heftiges Sommergewitter mit Blitz und Donner sorgt schlagartig für Abkühlung. Der Himmel öffnet seine Schleusen, die Luft wird schwer und frisch zugleich. Da es bereits später Nachmittag ist, beschließen wir, unseren Besuch im Park zu beenden.

Bis zu unserer Unterkunft sind es noch knapp 20 Kilometer. Die Olive Grove Farm ist zwar nicht das Ritz, aber vollkommen in Ordnung. Auf rund 5.000 Hektar vereint sie eine Olivenplantage mit Schafzucht und Wildtierhaltung – rustikal, weitläufig und ehrlich. Wir beziehen eines der einfachen Chalets, genau richtig nach diesem langen Tag.

Nach einer kurzen Pause auf der Terrasse machen wir trotz leichten Regens noch einen halbstündigen Rundgang über das Gelände. Die Stimmung ist ruhig, fast meditativ. Danach geht es zum Essen. Es war ein wundervoller, aber auch sehr anstrengender Tag – todmüde fallen wir schließlich ins Bett.

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02.02.2012: Gut geschlafen und zeitig auf – ein langer Fahrtag liegt vor uns. Ein kurzer Blick aus dem Fenster dämpft die Erwartungen: Grau in Grau, dazu leichter Regen. Nicht ganz das Wetter, das wir uns erhofft hatten. Also frühstücken, packen, das Fahrzeug beladen – und dann die nächste Überraschung: Im rechten Vorderreifen ist keine Luft mehr. Offenbar war die gestrige 4x4-Strecke doch etwas anspruchsvoller als gedacht.

Ein Farmmitarbeiter ist sofort zur Stelle und wechselt den Reifen in Windeseile. In diesem Land offenbar tägliches Brot. Zusätzlich bekommen wir noch die Adresse einer Werkstatt in Beaufort West, wo wir den Reifen reparieren lassen können. Auch das geht erstaunlich schnell, und schon sind wir wieder unterwegs.

Die Strecke bietet wenig Abwechslung: weite Ebenen, typisches Karoo-Buschwerk, das im weiteren Verlauf nach Norden allmählich in die noch trockeneren Regionen des Nordkaps übergeht. Die Straßenverhältnisse sind nach den starken Regenfällen der Nacht allerdings alles andere als einfach. Auf den Gravel Roads ist der Untergrund schmierig, fast seifig – das Fahren fühlt sich stellenweise an wie auf Schnee und Eis.

Erst nach rund 450 Kilometern, als wir die N10 erreichen, haben wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern. 

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Zum Ende der Fahrt türmen sich am Horizont tiefschwarze Wolken auf. Dunkle Regenvorhänge fallen daraus bis zum Boden, bedrohlich und beeindruckend zugleich. Zum Glück bleiben uns diese heftigen Regenmengen erspart, und schließlich erreichen wir Upington.

Upington ist das wirtschaftliche Herz der sogenannten „Grünen Kalahari“ im Nordkap. Entlang des fruchtbaren Oranje-Flusses gedeiht hier intensive Landwirtschaft: Trauben, Wein und Rosinen bestimmen das Bild und bilden eine grüne Oase inmitten der halbtrockenen Landschaft. Die Sommer sind heiß, und die Stadt spielt eine wichtige Rolle als Tor zu Naturwundern wie den Augrabies-Fällen oder dem Kgalagadi Transfrontier Park.

Die Adresse unserer Unterkunft erweist sich zunächst als nicht ganz stimmig. Erst nach erneuter Suche über Google finden wir schließlich das Moonriver Guest House – ein kleines, schnuckeliges B&B im kapholländischen Stil, direkt am Oranje River gelegen. Das Badezimmer überrascht: ein riesiger Jacuzzi, fast größer als das Schlafzimmer selbst. Etwas strange, aber auch irgendwie charmant.

Nach der langen Fahrt lassen wir uns auf der Terrasse am Fluss nieder. Wir beobachten das träge vorbeifließende Wasser, trinken in aller Ruhe zwei Flaschen herrlichen südafrikanischen Weißwein, dazu eine perfekte Zigarre, und genießen einen wundervollen Sonnenuntergang. Später geht es noch ins nahegelegene Red Ox Steakhouse: ein saftiges Steak und eine Flasche Shiraz aus der Region – genau das Richtige nach diesem Tag. Danach noch kurz die Abendstimmung aufsaugen, dann ab ins Bett.

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03.02.2012

Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf – unser Ziel ist klar: so schnell wie möglich in den Kgalagadi-Nationalpark. Das Wetter spielt halbwegs mit. Viele Wolken liegen am Himmel, doch immer wieder öffnen sich kleine Sonnenfenster und tauchen die Landschaft in warmes Licht.

Die Straße ist in gutem Zustand, wir kommen zügig voran. Nach rund 200 Kilometern, bei Bokspits, verlassen wir die R31 und biegen auf die Zufahrtsstraße zum Park ab. Von hier an folgen wir etwa 50 Kilometer lang dem ausgetrockneten Bett des Nossob Rivers, der zugleich die Grenze zu Botswana bildet. Die Landschaft wird karger, weiter, stiller – ein erstes Vorgeschmack auf das, was uns erwartet.

Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt erreichen wir schließlich den Parkeingang bei Twee Rivieren. Es ist das größte Camp und das Verwaltungszentrum des Parks, gelegen am südlichen Ende des Kgalagadi. Gleichzeitig fungiert es als Grenzposten zwischen Südafrika und Botswana. Wir erledigen die Anmeldeformalitäten, füllen im Shop unseren Trinkwasservorrat noch einmal auf – und dann geht es auch schon wieder weiter.

Unser nächstes Ziel liegt noch etwa 70 Kilometer entfernt. Im Park bedeutet das gut zwei weitere Stunden Fahrt. Die eigentliche Reise durch den Kgalagadi beginnt jetzt.

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Der Kgalagadi-Transfrontier-Park ist ein riesiges Naturschutzgebiet, das sich über die Grenzen Südafrikas und Botswanas erstreckt und für seine atemberaubenden Landschaften sowie seine außergewöhnlich reiche Tierwelt bekannt ist. Er liegt im großen, sandgefüllten Becken der Kalahari-Wüste und gehört mit über 3,6 Millionen Hektar zu den wenigen Schutzgebieten dieser Größenordnung weltweit.

Der Park ist berühmt für seine hervorragenden Möglichkeiten zur Raubtierbeobachtung: die legendären schwarzmähnigen Löwen, Geparden, Leoparden und Hyänen sind hier zu Hause. Dazu kommen zahlreiche Antilopenarten wie Oryx, Springböcke und Elandantilopen. Insgesamt leben im Kgalagadi 59 Säugetier- und 272 Vogelarten – und der Park liefert sofort.

Schon nach wenigen Kilometern begegnen wir einer Gruppe Gnus, kurz darauf Springböcken – eine riesige Herde mit mindestens 200 Tieren, ein überwältigender Anblick. Wenige Kilometer weiter entdecken wir, in einiger Entfernung (zu weit für wirklich gute Fotos), zwei Geparden, die gerade einen Springbock verspeisen. In respektvollem Abstand warten zwei Schakale geduldig auf ihre Chance, vielleicht doch noch einen Happen abzubekommen.

Die Fahrt geht weiter mit Adlern, Falken, Gauklern und vielen anderen Vogelarten, dazwischen immer wieder große Springbockherden. Schließlich folgt der Höhepunkt des Tages: Ein Leopard, keine zehn Meter vom Weg entfernt. Entspannt bewacht er seine Beute, völlig unbeeindruckt von unserer Anwesenheit. Wir genießen dieses seltene, intensive Schauspiel eine ganze Weile – müssen dann aber weiter, denn unsere Verabredung wartet.

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Durch die vielen Regenfälle zeigt sich die Kalahari in diesem Jahr außergewöhnlich grün. Für das Auge ist das ein herrlicher Kontrast: sattes Grün vor dem tiefen Rot der Erde – fast surreal schön.

Unsere Unterkunft liegt abseits der Hauptroute und darf nicht selbstständig angefahren werden. Wir treffen unseren Guide am Kamqua-Picknickplatz. Von hier aus werden wir zur Lodge geleitet – und genau hier beginnt der Spaß erst so richtig. Allradantrieb einschalten, Untersetzung rein, und dem Guide hinterher.

Rund 30 Kilometer geht es quer durch die Dünen der Kalahari. Rauf und runter über tiefen, sandigen Untergrund, die Landschaft weit und offen, das Fahren ein echtes Erlebnis. Die Fahrt dauert über eine Stunde und ist ein ganz besonderes Vergnügen, bevor wir schließlich die !Xaus Lodge erreichen – abgelegen, still und mitten in dieser beeindruckenden Wildnis.

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Die !Xaus Lodge ist eine privat geführte Öko-Lodge mit einem ganz besonderen Hintergrund. Das Land gehört den Gemeinschaften der Khomani San und der Mier, und die Lodge wird gemeinschaftlich betrieben. Die Erlöse fließen direkt an diese Gemeinschaften zurück – ein Konzept, das man hier nicht nur erklärt bekommt, sondern auch spürt.

Die Lage ist schlicht perfekt: hoch oben auf einer Düne, mit weitem Blick über eine herzförmige Salzpfanne. Von dieser Form leitet sich auch der Name !Xaus ab – in der Sprache Nama bedeutet es „Herz“. Die Anlage besteht aus zwölf eigenständigen Chalets, die über Holzstege mit dem Hauptgebäude verbunden sind. Jedes Chalet verfügt über ein privates Deck mit Blick auf die Pfanne und ein Wasserloch – näher kann man der Landschaft kaum sein.

Digitale Entgiftung ist hier Programm: kein Mobilfunkempfang, kein WLAN, kein Fernseher. Der Strom stammt aus Solaranlagen und steht nur zeitlich begrenzt zur Verfügung, nachts wird er oft ganz abgeschaltet. Eine wohltuende Rückkehr zur Einfachheit.

Den Nachmittag nutzen wir, um anzukommen und diese außergewöhnliche Lage und Atmosphäre in uns aufzunehmen. Nach dem Abendessen – wir sind übrigens die einzigen Gäste – geht es auf eine Night Safari. In diesem Teil der Kalahari ist die Tierdichte nicht besonders hoch, doch einige nachtaktive Bewohner lassen sich blicken: Schakale und Löffelhunde gehören zu unseren Begegnungen.

Als wir gegen 22:00 Uhr wieder in der Lodge ankommen, sind wir todmüde. Wir fallen ins Bett – umgeben von Stille, Dunkelheit und dem Gefühl, ganz weit weg von allem zu sein.

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04.02.2012: 05:30 Uhr – aufstehen. Ein schneller Kaffee, dann geht es auch schon los zur Walking Safari. Zunächst fahren wir mit dem Auto hinter die Salzpfanne, von dort aus geht es zu Fuß weiter – begleitet von unserem Ranger und einem Spurenleser der San hinein in die Weite der Kalahari. Bevor wir starten, bekommen wir noch einige Verhaltensregeln für den Walk erklärt. Am eindrücklichsten ist dabei die Erklärung der beiden Guides zum Thema Löwen. Der etwa 1,50 m große, schmächtige San-Spurenleser sagt auf unsere Nachfrage ganz lapidar: „We can handle it.“ Wir nicken – und hoffen inständig, heute keinem Löwen zu begegnen.

Die nächsten drei Stunden sind unglaublich aufschlussreich und faszinierend. Diesmal geht es nicht um die großen Tiere, sondern um die kleinen Dinge: Käfer, Zecken, Skorpione und all das Leben, das man sonst leicht übersieht. Vor allem aber lernen wir viel über die Pflanzenwelt. Jeder Strauch, jede Wurzel hat eine Bedeutung – wir bekommen tiefe Einblicke in die „natürliche Apotheke“ der Buschmänner.

Zum Abschluss machen wir uns noch auf die Suche nach Löwenspuren – und finden sie auch erstaunlich schnell. Die dazugehörigen Löwen allerdings nicht. Gott sei Dank!

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Nach dem Frühstück steht noch ein Besuch im nahegelegenen Art-&-Craft-Center der San auf dem Programm. Nicht ganz nach unserem Geschmack – es hat ein wenig etwas von einer Kaffeefahrt –, aber da müssen wir durch.

Nach dem Mittagslunch folgt die wohlverdiente Ruhephase. Inzwischen ist das Thermometer auf 35 Grad gestiegen. Wir sitzen auf unserer Terrasse und beobachten ein aufziehendes Gewitter am Horizont. Es wirkt zunächst weit entfernt, harmlos fast – und dann erleben wir hautnah, wie schnell sich das Wetter hier ändern kann.

Keine hundert Meter vor uns schlägt ein gigantischer Blitz in den Boden der Salzpfanne ein. Wir sind noch wie erstarrt, als der infernalische Donner folgt. Kaum bleibt Zeit zu reagieren, da bricht ein gewaltiger Sturm los. Der Wind treibt den Sand in jede Ritze des Zimmers, wir schließen hastig Türen und Fenster, räumen, was zu retten ist.

Dann setzt der Regen ein: warm, schwer, in dicken Tropfen, eine dichte Wand aus Wasser, die vom Himmel fällt. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei. Zurück bleiben Chaos, Staub, nasse Flächen – und jede Menge Gesprächsstoff für den restlichen Tag.

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Am Abend steht noch ein Sundowner Drive auf dem Programm. Die Tierbeobachtungen halten sich in Grenzen, ebenso die Sonne, doch dafür gibt es guten Weißwein – ein akzeptabler Ausgleich.

Zurück im Camp erwartet uns ein gemeinsames Dinner mit den neu ange-kommenen Gästen und den Lodgemanagern. Die Atmosphäre ist entspannt, fast familiär. Später lassen wir den Tag mit einer guten Flasche Rotwein auf der Terrasse ausklingen. Vor uns breitet sich pechschwarze Wildnis aus, kein Licht, kein Horizont – nur Dunkelheit. Dazu die Geräusche der afrikanischen Nacht: Rufe, Rascheln, ferne Laute. Ein intensiver, sehr eindrucksvoller Abschluss dieses Tages.

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05.02.2012: Wieder heißt es um 05:30 Uhr Tagwache. Heute steht der große Morning Drive in den Park auf dem Programm. Noch bevor wir die Hauptroute erreichen, machen wir eine besondere Entdeckung: Zwei Löffelhunde beobachten uns neugierig aus ihrem Bau heraus – ein wunderbarer Start in den Tag.

Am Kamqua-Picknickplatz wird ein großes Frühstück zubereitet. Auf dem Gasbrenner schmoren Bohnen, Speck, Würstchen und Eier, während wir in aller Ruhe die Umgebung genießen. In der Zwischenzeit ziehen Giraffen, Gnus und Oryx gelassen an uns vorbei – Safari-Frühstück in seiner schönsten Form.

Nach dem reichlichen und auch recht zeitaufwendigen Frühstück geht es entlang des Auob River nach Norden, Richtung namibische Grenze. Immer wieder begegnen uns Springböcke, Gnus, Giraffen und Kuhantilopen, dazu eine einsame Hyäne und unzählige Vogelarten.

Kurz vor Mata-Mata, dem Grenzcamp zu Namibia, drehen wir um und fahren denselben Weg zurück. Inzwischen hat das Thermometer wieder die 35-Grad-Marke erreicht, und die Tiere haben sich in den Schatten zurückgezogen. Die Sichtungen werden seltener, und auch die berühmten schwarzmähnigen Löwen der Kalahari bleiben uns heute verborgen.

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Nach dem Lunch und einer kurzen Nachmittagsruhe brechen wir zur letzten Sundowner-Fahrt auf. Die Hitze des Tages hat zahlreiche Gewitter entstehen lassen, und so wird es nichts mit einem spektakulären Sonnenuntergang. Auch tierisch bleibt es eher ruhig – größere Sichtungen bleiben aus.

Nur eine Kap-Kobra kreuzt unseren Weg. Sie ist gerade dabei, eine Maus für ihr Abendmahl zu verfolgen, als wir sie unbeabsichtigt stören. Gut für die Maus, weniger gut für die Schlange.

Am Abend sitzen wir nach dem Essen noch lange auf der Terrasse, lauschen den Klängen der Nacht und lassen die letzten Eindrücke dieses Tages langsam nachklingen.

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06.02.2012: Bereits um 06:00 Uhr verlassen wir die !Xaus Lodge. Der fehlende Reifendruck an unserem Fahrzeug wurde wieder angepasst, und die Rückfahrt dürfen wir diesmal ohne Eskorte antreten. Ein irrer Spaß: Inzwischen fühlen wir uns auf Sand deutlich sicherer, surfen förmlich über die Dünen – und sind fast ein wenig traurig, als wir schließlich den Auob River erreichen.

Nun geht es südwärts, immer dem ausgetrockneten Flussbett entlang. Die Tierbeobachtungen sind großartig: riesige Springbockherden, die größte dürfte zwischen 400 und 500 Tiere zählen, dazu Gnus, Oryx und viele andere. Beinahe überfahren wir eine Kap-Kobra, die sich blitzschnell aufrichtet und ebenso schnell einen Baum hinaufklettert. Vor lauter Aufregung gelingt uns leider kein brauchbares Foto.

Wir queren den Park in Richtung Nossob River, müssen die Strecke jedoch wieder zurückfahren, da die Straße weiter nach Süden unpassierbar ist. Schließlich entscheiden wir uns gegen Mittag, den Park zu verlassen. Zum einen liegt noch eine lange Strecke vor uns, zum anderen zeigt das Thermometer inzwischen 38 Grad. Die Tiere ziehen sich wieder in schattigere Bereiche zurück – ein guter Moment für den Abschied vom Kgalagadi.

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Es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Von Twee Rivieren geht es auf derselben Strecke zurück, die wir bereits von der Hinfahrt kennen, zunächst bis nach Upington. Von dort folgen wir der N14 bis Kakamas und schließlich der R359 zu unserem Tagesziel, dem The Falls Guesthouse. Nach neun Stunden Fahrt, bei Temperaturen von bis zu 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, kommen wir endlich an.

Wir sind völlig erschöpft. Den Nachmittag verbringen wir auf der Terrasse vor unserem Zimmer, trinken in aller Ruhe eine Flasche Wein und sind sehr dankbar für das klimatisierte Zimmer – heute besonders begehrt.

Am Abend ist es noch immer heiß und schwül. Trotzdem nehmen wir das Dinner auf der Terrasse ein – und es ist köstlich: Peri-Piri-Hühnerleber, Springbock-Carpaccio, Curry-Lammragout und gegrillte Lammkoteletts. Viel zu viel gegessen. In der Nacht rächt sich das Ganze, der Schlaf bleibt entsprechend unruhig.

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07.02.2012: Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in den nur fünf Kilometer entfernten Augrabies-Falls-Nationalpark Der Park schützt die spektakulären Augrabies-Fälle, an denen der Oranje-Fluss 56 Meter tief in eine rund 18 Kilometer lange, dramatische Granitschlucht stürzt. Die Einheimischen nannten diesen Ort „Aukoerebis“ – den Ort des großen Lärms. Und genau so fühlt es sich auch an.

Der Park bietet eine faszinierende Mischung aus rauer Wüstenlandschaft, bizarren Felsformationen, Quiver-Bäumen und einer an die Trockenheit angepassten Tierwelt mit Kudus, Springböcken, Giraffen und sogar Leoparden. Dazu kommen gut ausgebaute Wanderwege – ein eindrucksvolles Beispiel für die wilde, ursprüngliche Schönheit des Namaqualand.

Schon am frühen Morgen zeigt das Thermometer 25 Grad, dazu eine drückende Schwüle. Im Main Camp fällt uns eine ganze Flotte von BMW-Fahrzeugen ins Auge, etliche davon in einem abgeschirmten Bereich. Offenbar handelt es sich um Erlkönige der neuen 3er-Serie, sogar ein abgeklebter 5er ist zu sehen. Das Nordkap ist für viele Autohersteller ein ideales Testgebiet: extreme Hitze, raue Bedingungen – und auf der nahen N14 können auf schnurgeraden Strecken Testfahrten mit sehr hohen Geschwindigkeiten durchgeführt werden. Ein ungewöhnlicher, aber interessanter Kontrast zur uralten Landschaft rund um uns.

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Direkt beim Camp befinden sich auch die Main Falls. Ein Rundweg mit mehreren Aussichtspunkten führt entlang der Schlucht und eröffnet immer wieder spektakuläre Blicke in die Tiefe. Leider hat eine große Flut im Jänner Teile der Stege zerstört, wodurch der Zugang stellenweise erschwert ist. Dennoch ergeben sich immer wieder beeindruckende Perspektiven auf dieses gewaltige Naturwunder – laut, wild und überwältigend.

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Nach dem Rundgang fahren wir weiter in den Park. Mit unserem Allradfahrzeug sind alle Wege gut befahrbar. Zuerst geht es durch den Fluss – dabei werden wir von einigen Meerkatzen neugierig beobachtet, die das Geschehen aus sicherer Entfernung verfolgen.

Als Nächstes unternehmen wir eine kleine Wanderung auf den Moon Rock. Absolut traumhaft: außer uns ist niemand unterwegs, nur Felsen, Himmel und Stille. Ein unbeschreibliches Gefühl, die Weite dieses Landes so intensiv zu spüren.

Es folgen noch einige Stopps an den Aussichtspunkten entlang des Canyonrands, unter anderem beim Gorge Cottage. Ein Ort, der uns im Gedächtnis bleibt – hier werden wir bei unserem nächsten Besuch im Jahr 2019 eine großartige Zeit im Park verbringen.

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Je tiefer wir in den Park hineinfahren, desto abwechslungsreicher und schöner wird die Landschaft. Hügelige Abschnitte wechseln sich mit flachen, beinahe wüstenartigen Gebieten ab. Schwarze Berge, rote Sandpisten, gelb bis grünlich schimmerndes Gestein und immer wieder zahlreiche Köcherbäume machen die Fahrt auf der abenteuerlichen Gravel Road unglaublich kurzweilig. Den ganzen Tag über begegnen wir keinen anderen Touristen. Dieses Gefühl, die Weite ganz für sich allein zu haben, ist kaum in Worte zu fassen. Unterwegs sehen wir Zebras, Giraffen, Strauße und Springböcke – immer wieder tauchen sie wie selbstverständlich in der Landschaft auf. Nach sieben Stunden voller Eindrücke verlassen wir den Park schließlich wieder. Auch wenn es heute „nur“ 38 Grad hatte, sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit dafür, dass die Hitze besonders anstrengend ist. Jetzt sind wir definitiv reif für eine Pause.

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Den Rest des Tages verbringen wir entspannt in unserem Guesthouse. Wir wechseln immer wieder zwischen dem klimatisierten Zimmer und der Terrasse, beobachten die zahlreichen Vögel im grünen Garten und lassen die Erlebnisse des Tages langsam nachwirken.

Zum Abendessen gibt es Datteln im Speckmantel und ein herrliches Filetsteak – genau das Richtige nach diesem Tag. Danach geht es bald ins Bett, denn morgen wartet wieder ein langer Tag auf uns.

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08.02.2012: Heute steht eine klassische Verbindungsetappe in Richtung der Cederberge auf dem Programm. Mindestens sechs Stunden Fahrzeit liegen vor uns. Zunächst geht es auf der teilweise schnurgeraden N14 bis nach Pofadder, anschließend folgen über 300 Kilometer Schotterstraße auf der R358, weiter über die R355 und schließlich die R357.

Da es in letzter Zeit viel geregnet hat, präsentiert sich die Landschaft überraschend abwechslungsreich. Immer wieder gibt es Gründe, kurz stehenzubleiben und die blühenden Pflanzen zu bestaunen, die diese eigentlich karge Gegend in Farbe tauchen.

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Kurz hinter Nieuwoudtville erreichen wir unser Ziel: die Farm Papkuilsfontein. Eine idyllische Farm im Nordkap, dort, wo Namaqualand und Karoo aufeinandertreffen – ruhig, weitläufig und voller Atmosphäre. Die Farm ist bekannt für ihre historische Bausubstanz, nachhaltige Bewirtschaftung mit Schafen, Rooibos und Olivenbäumen sowie ihre atemberaubende Natur.

Unser Cottage „Gerd Boom“ liegt rund zwei Kilometer vom Haupthaus entfernt, mitten auf dem Farmgelände. Es ist gut ausgestattet, und der Außenbereich mit Steintisch und Hängematte ist perfekt zum Entspannen. Den Nachmittag verbringen wir mit einer kleinen Rundfahrt über die Farm, beobachten Kolibris und genießen in aller Ruhe eine gute Flasche Wein.

Das Abendessen wird uns ins Haus geliefert: herrlich geschmorte Lammstelzen in Dattelsoße, dazu Erdäpfelschmarrn und Karotten. Später sitzen wir noch lange bei einer Flasche Rotwein im romantischen Schein der Petroleumlampe und blicken in die vom Vollmond erhellte Nacht. Besser geht es nicht.

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09.02.2012

Ein herrlicher, fast kühler Morgen. Wir haben für unsere Verhältnisse jede Menge Zeit – das Frühstück beginnt erst um 08:30 Uhr. In aller Ruhe bringen wir unsere Sachen wieder in Ordnung, ergänzen das Reisetagebuch und spazieren noch etwas über das Gelände.

Nach dem üppigen Frühstück im revitalisierten Stall nahe dem Haupthauses starten wir zur heutigen Etappe, die eigentlich kurz sein sollte – dachten wir zumindest. Der Weg führt weiter südwärts bis zur R364, auf der es in Richtung der Cederberge geht.

Die Straße ist jedoch in keinem guten Zustand. Ob es nun daran liegt oder an meiner etwas zu forscheren Fahrweise – jedenfalls beschert uns das die nächste Reifenpanne. Und natürlich passiert es ausgerechnet in der Abfahrt des Botterkloof Passes. Also heißt es selbst anpacken. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Wagenheber auf der abschüssigen Straße geht es dann doch recht flott voran, sodass wir die freundlich angebotene Hilfe eines vorbeikommenden Motorradfahrers dankend ablehnen können.

Generell muss man sagen, dass die Hilfsbereitschaft in diesem Land enorm ist. Selbst wenn man nur kurz für ein Foto anhält, bleibt fast immer jemand stehen und erkundigt sich, ob alles in Ordnung ist.

Unsere Strecke verlängert sich nun allerdings erheblich, denn zuerst fahren wir nach Clanwilliam, um den beschädigten Reifen reparieren zu lassen. Das geht dort erstaunlich schnell und kostet umgerechnet gerade einmal acht Euro. Danach fahren wir einen Teil des Weges wieder zurück – diesmal wirklich zu unserem eigentlichen Ziel: Bushmans Kloof.

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Manche Fahrzeuge hier sehen aus als wären sie einem Mad Max Film entsprungen

Bushmans Kloof liegt wie ein gut gehütetes Geheimnis im Herzen der Cederberg Mountains.. Die Landschaft wirkt archaisch und zeitlos: zerklüftete Sandsteinformationen, weite Ebenen in warmen Ocker- und Rottönen und dazwischen grüne Flussoasen, die Leben in die karge Wildnis bringen. Besonders eindrucksvoll ist die kulturelle Tiefe des Ortes. In den umliegenden Höhlen und Felsspalten finden sich jahrtausendealte Felsmalereien der San, die Bushmans Kloof zu einem der bedeutendsten Rock-Art-Gebiete Afrikas machen. Sie verleihen der ohnehin stillen Landschaft eine beinahe spirituelle Atmosphäre.

Ich war bereits bei meiner ersten Südafrika-Reise im Jahr 2002 hier. Es hat sich erstaunlich wenig verändert: Das Ambiente ist noch immer sehr gediegen, der Service herzlich und unaufdringlich. Nach einem ausführlichen Rundgang durch die Anlage genießen wir noch einen Lunch und warten entspannt, bis unser Zimmer bezugsfertig ist.

Nach einer kurzen Pause geht es um 16:00 Uhr zum High Tea und anschließend zum Sundowner Drive. Natürlich sind die Tiersichtungen hier bei Weitem nicht so spektakulär wie in den letzten Tagen – aber genau deshalb sind wir auch nicht hier. Obwohl das Hotel gut gebucht ist, sind wir die einzigen Gäste im Fahrzeug, fast wie bei einer privaten Führung.

Das Dinner wird im großen, offenen Restaurant serviert – eine traumhafte Kulisse, die perfekt zu diesem Ort passt. Den Abend lassen wir schließlich ganz ruhig auf unserer eigenen Terrasse ausklingen.

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10.02.2012: Um 07:30 Uhr geht es los – nach einem kurzen Kaffee. Wieder sind wir allein im Fahrzeug, die anderen Gäste haben verschlafen. Wir sind über diese ungeplante Privatführung keineswegs traurig, denn es geht zu den Felszeichnungen.

Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir die Stätte, und sie ist absolut beeindruckend. Gut erhaltene Kunstwerke der San-Völker, mit natürlichen Pigmenten auf Sandstein gemalt. Sie erzählen vom täglichen Leben, von der Tierwelt und von spirituellen Ritualen der Ureinwohner Afrikas. Die hohe Konzentration dieser steinzeitlichen Kunstwerke ist außergewöhnlich, alles steht unter strengem Schutz.

Wir verbringen viel Zeit an diesem besonderen Ort, lassen uns die Hintergründe ausführlich erklären und wirken still auf uns ein. Ein eindrucksvoller Blick in eine sehr ferne Vergangenheit.

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Nach dem Frühstück gönnen wir uns eine längere Pause, die wir ganz unterschiedlich nutzen: einerseits für eine entspannende Wellnessbehandlung, andererseits für eine kleine Wanderung rund um die Lodge. Den restlichen Vormittag verbringen wir mit Lesen, Faulenzen und dem Beobachten der Enten und Vögel beim Teich – pure Entschleunigung.

Nach dem High Tea verzichten wir bewusst auf die Abendfahrt. Stattdessen schnappen wir uns zwei alte, klapprige Mountainbikes und fahren quer durchs Gelände. Auf dem sandigen Untergrund ist das zwar unheimlich anstrengend, macht aber auch richtig Spaß. Zudem bekommen die Tierbeobachtungen eine ganz neue Dimension – sowohl für uns als auch für die Tiere, die uns sichtlich neugierig mustern.

Kurz vor Sonnenuntergang kehren wir zur Lodge zurück. Inzwischen hat uns eine Kaltfront erreicht, weshalb das Abendessen – ein traditioneller Braai – im geschützten Innenhof serviert wird. Zur Feier des Tages gönnen wir uns eine Flasche des besten Pinots von Bouchard Finlayson. Da die Luft mittlerweile unangenehm kühl ist, trinken wir den Rest der Flasche später in der Bar, mit dem wärmenden Kaminfeuer im Rücken.

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11.02.2012: Da wir am Morgen wieder allein sind, können wir uns die Aktivität frei aussuchen. Wir entscheiden uns bewusst gegen das Auto und unternehmen stattdessen einen Fußmarsch zu weiteren Felszeichnungen. Auf halbem Weg wartet eine kleine Überraschung auf uns: Kaffee und Kuchen wurden für uns deponiert. Nach dieser willkommenen Stärkung geht es weiter, gemütlich dem Fluss entlang.

Die Zeichnungen sind nicht ganz so beeindruckend wie jene vom Vortag – sie wirken blasser und filigraner –, doch ihre Bedeutung ist nicht minder groß. Auch sie erzählen Geschichten aus einer fernen Zeit. Zurück in der Lodge erwartet uns noch ein ausgiebiges Frühstück, dann heißt es Abschied nehmen. Die Reise geht weiter.

Über die R364 fahren wir nach Clanwilliam und weiter bis Lambert’s Bay, einem malerischen Küstendorf am Atlantik. Bekannt als der „Diamant der Westküste“ besticht der Ort durch seine weißen Strände, seine reiche Tierwelt – besonders die Seevögel – und als Zentrum für Langusten.

Die eigentliche Touristenattraktion ist jedoch das Bird Island Nature Reserve. Dieses kleine, aber bedeutende Naturschutzgebiet ist einer der wenigen weltweit leicht zugänglichen Orte, an denen man die riesigen Brutkolonien der Kap-Tölpel aus nächster Nähe beobachten kann. Von April bis September lassen sich hier ihre beeindruckenden Paarungsrituale erleben. Darüber hinaus beherbergt die Insel Kormorane, Möwen und sogar Pinguine. Über einen Damm ist sie mit dem Festland verbunden, Besucher können das Geschehen von einem geschützten Beobachtungsposten aus verfolgen.

Ein unglaubliches Spektakel – wir können gar nicht genug davon bekommen, dem ständigen Kommen und Gehen der Vögel zuzusehen.

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Weiter geht es entlang der Küste zum legendären Open-Air-Restaurant Muisbosskerm. Bekannt ist es für sein rustikales Buffet aus frisch, lokal gefangenen Meeresfrüchten, die über offenem Feuer zubereitet werden. Gegessen wird mit Muschelschalen, dazu gibt es hausgemachtes Brot – alles in unmittelbarer Strandnähe mit Blick auf den Atlantik. Ein Erlebnis, auf das wir uns schon sehr gefreut haben.

Leider folgt die Enttäuschung: Das Lokal ist heute für eine geschlossene Gesellschaft reserviert. Statt frischem Fisch gibt es also ein paar trockene Kekse aus dem Reiseproviant – nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Mit knurrendem Magen geht es weiter zu unserem Etappenziel nach St Helena Bay am Atlantik.

Unsere Unterkunft, die Oystercatcher Villa in Shelly Point, liegt direkt am Meer – traumhaft. Die gesamte Siedlung ist allerdings hermetisch abgeriegelt, mit Security am einzigen Eingang, und die Häuser sehen sich alle erstaunlich ähnlich. Ein bisschen wirkt es wie ein Ghetto der Reichen. Aber egal: Das Haus hat eine perfekte Lage, die Besitzer sind nett – er ist Schweizer – und das Zimmer ist ordentlich.

Das Beste: Direkt vor der Terrasse beginnen die Sanddünen, die hinunter zum Strand führen. Dieser ist über und über mit Muschelschalen bedeckt. Das Wetter zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite, ohne zu heiß zu sein. So dösen wir den restlichen Nachmittag auf der Terrasse, trinken Wein, rauchen eine Zigarre und lassen die Zeit ganz langsam verstreichen.

Für das Abendessen bekommen wir einen Tipp: Im etwa 20 Kilometer entfernten Paternoster gehen wir ins Voorstrand Restaurant. Seafood in seiner besten Form – Austern, Kaisergranaten, Tintenfisch und der frische Fang des Tages. Großartig. Nur der Rückweg in stockdunkler Nacht über die Schotterstraßen ist ziemlich anstrengend.

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12.02.2012: Ein ausgedehnter Morgenspaziergang am Strand. Die Luft ist kühl und angenehm, der Himmel noch bewölkt – doch es ist spürbar, dass sich das in den kommenden Stunden ändern wird.

Nach der Abfahrt fahren wir erneut ins nahegelegene Paternoster. Seit meinem letzten Besuch vor zehn Jahren hat sich hier einiges getan: Viele neue Häuser sind entstanden, fast alle zur Miete und auf Self-Catering ausgelegt. Der Ort wirkt deutlich gewachsener, moderner – und zugleich etwas weniger ursprünglich.

Weiter geht es über Vredenburg und die R27 in den West Coast Nationalpark. Das rund 40.000 Hektar große Naturschutzgebiet ist vor allem für seine azurblaue Lagune, unberührten Strände und die spektakuläre Wildblumenblüte bekannt. Da heute Samstag ist, ist entsprechend viel los. Viele Familien nutzen die große Lagune zum Picknicken – mit Zelten, Grills und riesigen Kühlboxen. Nur Alkohol fehlt, der ist hier strikt verboten.

Uns ist es hier etwas zu lebhaft, also fahren wir weiter ans Ende des Parks, wo es deutlich ruhiger wird. Dort unternehmen wir eine kleine Strandwanderung, genießen die Weite, den Wind und die Ruhe – genau so, wie wir es mögen.

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Bevor wir den Park wieder verlassen besuchen wir noch die Bird Hide bei Abrahamskraal, hier bei dem Wasserloch sind immer eine Menge Vögel versammelt, diesmal inkl einer Straußenfamilie. Danach verlassen wir den Park wieder. Auf der R315 über Dallington und Malmesbury geht es in die nördlichen Winelands nach Tulbagh.

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Tulbagh liegt eingebettet in einem weiten Tal, umrahmt von den dramatischen Gipfeln der Witzenberg-, Obiqua- und Winterhoek-Berge. Schon die Anfahrt ist ein kleines Erlebnis: Reben, Obstgärten und schroffe Felsformationen wechseln sich ab, während die Landschaft mit jedem Kilometer ruhiger und ursprünglicher wirkt.

Der Ort selbst strahlt eine wohltuende Gelassenheit aus. Tulbagh ist klein, überschaubar und geprägt von weiß getünchten kapholländischen Häusern, die dem Städtchen einen fast zeitlosen Charme verleihen. Besonders die Church Street – eine der am besten erhaltenen historischen Straßen Südafrikas – erzählt von der kolonialen Vergangenheit und dem Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben von 1969. Heute steht sie sinnbildlich für den Stolz der Bewohner auf ihr kulturelles Erbe.

Die Region ist bekannt für ihren Wein- und Obstanbau. Kein Ort für Eile, ein Ziel für alle, die Stille, Landschaft und Geschichte schätzen – ein Platz, an dem man langsamer wird und tief durchatmen kann. 

Für diese Nacht haben wir bewusst kein klassisches Quartier gebucht, sondern mieten eines der historischen Häuser in der Church Street – eine perfekte Alternative zum Hotel und genau nach unserem Geschmack.

Der Nachmittag folgt inzwischen einem vertrauten Ritual: eine Flasche Wein, noch einmal über das Erlebte plaudern, lesen, faulenzen. Die Zeit darf einfach vergehen.

Für den Abend haben wir eine Empfehlung bekommen: das Readers Restaurant. Ein nettes Lokal – zumindest auf den ersten Blick –, mit einer etwas seltsamen Gastgeberin und noch seltsameren Angestellten. Entsprechend zieht sich das Abendessen über fast zwei Stunden. Danach verlassen wir das Lokal eher fluchtartig. Zurück am Haus setzen wir uns noch mit einem Glas Rotwein vor die Tür und betrachten den Sternenhimmel. Doch da es deutlich abgekühlt hat, ziehen wir uns bald ins Warme zurück.

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13.02.2012: Ein Tag ganz im Zeichen der Winelands. Wir fahren kreuz und quer durch das Weingebiet: Wellington, Paarl, Franschhoek, Stellenbosch. Wir besuchen mehrere Weingüter, kosten, schauen, genießen. Bei Spier wird uns der Trubel dann allerdings zu viel – diese Menge an Touristen sind wir mittlerweile einfach nicht mehr gewohnt.

Bei Kleine Zalze erleben wir dafür eine sehr gute, persönliche Weinverkostung und bleiben anschließend gleich zum Lunch im hauseigenen, renommierten Restaurant Terroir. Ein hervorragendes Essen, genau zur richtigen Zeit – besser kann man neue Energie kaum tanken.

Gut gestärkt geht es weiter Richtung Kapstadt. Ich entscheide mich für eine Abkürzung, die sich – wie so oft – als nicht ganz so klug erweist und am Ende doppelt so lange dauert wie die reguläre Strecke.

Wie immer, wenn wir in der Stadt sind, wohnen wir im mondänen Vorort Camps Bay – dem Nizza Südafrikas.

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Wir haben ein kleines, sehr nettes B&B gefunden: Boutique@10, oben in den Hügeln von Camps Bay. Nur vier Zimmer, alles sehr familiär. Wir bekommen die große Lion’s Suite mit einem grandiosen Ausblick auf den Lion’s Head und den Ozean. Am Nachmittag faulenzen wir am Pool, lassen den Blick über das Meer schweifen – so muss Urlaub sein.

Am Abend fahren wir hinunter ins Zentrum. Obwohl es nur knapp zwei Kilometer sind und die Gegend eigentlich als sicher gilt, rät uns der Besitzer, lieber das Auto zu nehmen. „Man weiß hier nie“, meint er. Wir folgen seinem Rat. Natürlich geht es ins Codfather – Calamari, jede Menge andere Meeresfrüchte und frischer Fisch. Immer wieder ein Erlebnis.

Der Wind hat inzwischen deutlich aufgefrischt. Der gefürchtete South Easter, hier auch Cape Doctor genannt, ist da: ein starker, trockener und beständiger Fallwind aus Südosten, der vor allem von Frühling bis Spätsommer weht. Er reinigt die Luft und mildert die Hitze, weshalb er trotz seiner Intensität oft als erfrischend empfunden wird – und Kapstadt zu einer der windigsten Städte der Welt macht.

Auf einen Verdauungsspaziergang am Strand verzichten wir deshalb. Stattdessen fahren wir zurück und suchen uns einen windgeschützten Platz auf der Terrasse für ein letztes Glas Wein.

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14.02.2012 – Valentinstag

Ein Tag für Kapstadt – und zum Faulenzen. Das Wetter ist herrlich, also geht es gleich nach dem Frühstück in die Stadt. Zuerst ein kurzer Stopp am Lion’s Head, mit traumhaftem Blick auf den Tafelberg. Danach weiter in die Long Street zum African Music Market, um ein paar CDs zu erstehen. Wir stöbern noch etwas durch den Pan African Market, doch hier ist eindeutig zu viel los.

Also wechseln wir zur V&A Waterfront. Das lebendige, restaurierte Hafen- und Werftviertel mit seinem historischen Charme hat sich zu Südafrikas beliebtester Touristenattraktion entwickelt. Wohnen, Shopping, Gastronomie, Kultur und Unterhaltung treffen hier aufeinander – mit dem Tafelberg als Kulisse und dem historischen Hafen im Zentrum.

Nach einem ausgedehnten Rundgang landen wir – wie schon so oft – im Belthazar Restaurant. Es gibt Calamari, Peri-Piri-Hühnerleber und ein Kudu-Steak, dazu einen Capaia 2007. Besser geht es kaum.

Mit gut gefülltem Magen geht es zurück ins Hotel. Wir haben das ganze Haus für uns, liegen in der Sonne und lassen den Tag einfach vorüberziehen. Zum spektakulären Sonnenuntergang gönnen wir uns noch ein Glas Rotwein.

Danach frisch machen – und wieder zurück zur Waterfront. Dort ist inzwischen jede Menge los, selbst ein Parkplatz in der Tiefgarage ist nicht leicht zu finden. Wir schlendern über das überfüllte Gelände, genehmigen uns noch ein paar Austern und ein Glas Chardonnay bei der Knysna Oyster Company und machen uns schließlich wieder auf den Rückweg. Zum Abschluss wartet noch eine herrliche Zeit auf der Terrasse unseres Zimmers: kein Wind, warme Temperaturen und ein wundervoller Sternenhimmel.

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15.02.2012: Der letzte Tag. Unser Flug geht erst am Abend, also können wir den Tag noch voll auskosten – und das Programm ist entsprechend schön. Nachdem das gesamte Gepäck verstaut ist, machen wir uns auf den Weg, immer entlang der Küste bis nach Hout Bay.

Hout Bay ist ein malerischer Küstenort, bekannt für seinen geschäftigen Fischerhafen mit Bootstouren zu den Robben auf Duiker Island und die lebendige Atmosphäre am Mariner’s Wharf mit Fischrestaurants und Souvenirständen. Nach einem kurzen Rundgang durch die Wharf geht es auch schon weiter.

Nun folgt der Chapman’s Peak Drive, liebevoll „Chappies“ genannt – eine spektakuläre, neun Kilometer lange Panoramastraße an der Kap-Halbinsel. In 114 Kurven windet sie sich steil am Felsen entlang zwischen Hout Bay und Noordhoek und bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke auf den Atlantik und die Küste. Zahlreiche Aussichtspunkte laden zum Anhalten und Staunen ein.

Nächster Halt ist der Noordhoek Beach: ein atemberaubender, weitläufiger, rund acht Kilometer langer Sandstrand. Zeit für einen ausgedehnten Strandspaziergang, barfuß im Sand, mit Blick auf das offene Meer.

Danach geht es weiter zum Cape of Good Hope. Wir fahren durch den gleichnamigen Nationalpark bis zur Spitze, hinauf zum bekannten Aussichtspunkt. Der Parkplatz ist voll, der Wind mörderisch – also bleiben wir nicht lange und setzen unsere Fahrt fort.

Der letzte Programmpunkt dieser Reise: ein spätes Mittagessen im Black Marlin in Miller’s Point, mit Blick aufs Meer. Besser kann ein perfekter Urlaub kaum zu Ende gehen.

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Der Rest der Reise verläuft unspektakulär. Wir sind zeitgerecht am Flughafen, der Flug ist pünktlich. Der Jumbo ist diesmal nicht ganz so alt wie jener auf dem Hinflug – aber genauso unbequem. Auch der Anschlussflug in Frankfurt liegt im Zeitrahmen, und ehe wir es richtig realisieren, landen wir wieder in Wien-Schwechat.

Auf der Fahrt nach Hause schweifen die Gedanken bereits voraus. Welche Route wird es beim nächsten Mal in Südafrika sein?

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