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Südafrika 2006

27. Oktober- 12. November

Von Kapstadt entlang der Garden Route bis nach Port Elizabeth (Heute Gqeberha), zurück über die Kleine Karoo und das Weinland.

27. Oktober. Der Tag beginnt mit Vorfreude und endet beinahe am Gate. Geplant ist der Flug von Wien über Frankfurt nach Kapstadt, Abflug um 14:50 Uhr. Doch wie so oft hält der Plan nicht, was er verspricht: Über eine Stunde Verspätung. In Frankfurt wird es eng. Sehr eng.

Mit heraushängender Zunge jagen wir quer durch den Flughafen, vorbei an Menschen, Rolltreppen und endlosen Gängen. Als wir das Gate erreichen, ist das Boarding bereits abgeschlossen. Die Türen scheinen sich schon geschlossen zu haben – endgültig.

Es folgen Diskussionen, Bitten, Überzeugungsarbeit. Minuten, die sich endlos anfühlen. Schließlich ein Nicken, ein letzter Blick, dann dürfen wir doch noch an Bord.

Geschafft. Wir sitzen im Flugzeug.

Das Gepäck?

Das ist eine andere Geschichte.

28. Oktober. Nach elf Stunden in der Luft erreichen wir um sechs Uhr morgens Kapstadt. Wir sind da – unser Gepäck nicht. Am Schalter Lost & Found kennt man den Fall bereits. Zwei Koffer sollen am Nachmittag ins Hotel geliefert werden, der dritte reist auf einem anderen Flug nach, warum auch immer, und folgt angeblich morgen. Wir nicken müde und akzeptieren es. Viel Energie für Empörung bleibt nicht.

Die Übernahme des Mietwagens zieht sich endlos hin. Normalerweise würden wir rebellieren, heute fehlen uns dafür die Kräfte. Schließlich sitzen wir im Honda CR-V und fahren nach Camps Bay. Ein kleines Hotel, ein Zimmer mit Blick über die Bucht, auf den Lion’s Head und die Twelve Apostles. Die Sonne scheint, angenehme 23 Grad – ein erster, stiller Trost.

Wir folgen der Küste Richtung Süden, über den legendären Chapman’s Peak Drive. Grandiose Ausblicke, der Ozean tief unter uns. Im Cape Peninsula Nationalpark schlägt das Wetter um, am Cape of Good Hope bleibt die Sonne verborgen. Dafür werden wir mit einigen Tiersichtungen belohnt – ein fairer Tausch.

In Boulders, bei den Pinguinen, zeigt sich der Himmel wieder freundlich. Mittagessen in Simon’s Town am Hafen: perfekte Muscheln, dazu eine Flasche gut gekühlten Weißweins. Für einen Moment fühlt sich alles leicht an.

Zurück im Hotel legen wir uns kurz hin – wir sind seit 24 Stunden wach. Vom Gepäck fehlt weiterhin jede Spur. Also nach einer Dusche wieder in die inzwischen etwas mitgenommenen Reiseklamotten und hinaus an den Strand von Camps Bay. Bars, Restaurants, viele Menschen, alle warten auf den Sonnenuntergang. Wir auch.

Zum Abendessen folgen wir einer Empfehlung und landen im Codfather, einem legendären Fischrestaurant. Ohne Reservierung bekommen wir zwar nur einen Abstelltisch, doch das tut dem Genuss keinen Abbruch. Als Vorspeise grenzgeniale Calamari, den Hauptgang wählt man direkt an der Theke aus dem fangfrischen Angebot. Unsere Wahl fällt auf Yellowtail und Thunfisch. Dazu eine Flasche Hamilton Russell Chardonnay und ein Vergelegen Sauvignon Blanc.

Satt und zufrieden wanken wir zurück ins Hotel. Noch eine Zigarre am Balkon, dann fallen wir todmüde ins Bett.

Tagespensum: 170 Kilometer.

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29. Oktober. Der Morgen ist bewölkt, aber mild. Am Telefon versichert man uns bei SAA, die Koffer würden heute ganz sicher ankommen – möglicherweise. Das Vertrauen in die Fluglinie hält sich mittlerweile in überschaubaren Grenzen.

Wir gönnen uns ein ausgedehntes, gutes Frühstück und überlegen in Ruhe, was wir mit dem Tag anfangen wollen. Da wir uns auf Versprechen allein nicht mehr verlassen möchten, beschließen wir, notwendige Kleidung zu besorgen. Kein Problem – selbst am Sonntag sind die Geschäfte an der Waterfront geöffnet. Zwei Stunden vergehen in der riesigen Mall wie im Flug.

Zum Mittagessen setzen wir uns ins Morton’s, (geschlossen) mit Blick auf den Hafen. Calamari, Muscheln, King Prawns, dazu eine Flasche Chardonnay von Bouchard. Neben uns das bunte Treiben am Pier der Waterfront. So soll sich Urlaub anfühlen.

Zurück im Hotel die erste Erleichterung: Zwei Koffer sind angekommen. Christines fehlt noch – doch auch dieser trifft kurze Zeit später ein. Endlich vollständig.

Wir fahren hinauf auf den Signal Hill, um noch einmal den Blick auf den Lion’s Head und über Kapstadt schweifen zu lassen. Inzwischen ziehen wieder Wolken auf, der Tafelberg ist bereits verhüllt.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir auf der Terrasse. Es sieht nach Regen aus, doch die Stimmung über dem Meer ist fantastisch.

Zum Abendessen gehen wir an die Strandpromenade ins Tuscany Beach (geschlossen) – ein extrem kleiner Tisch, aber hervorragende Meeresfrüchte und Fisch. Da es dennoch nicht wirklich gemütlich ist, kehren wir durch den aufziehenden Nebel ins Hotel zurück und gönnen uns auf der Terrasse noch ein Glas Beyerskloof Pinotage.

Tagespensum: 40 Kilometer.

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30. Oktober. Das Wetter zeigt sich von seiner wenig einladenden Seite: dicht bewölkt, ein feiner, fast unmerklicher Regen liegt in der Luft. Abschied von Kapstadt. Wir organisieren uns neu, frühstücken ausgiebig und brechen gegen 10:00 Uhr auf.

Die Fahrt führt uns quer über die Kap-Halbinsel, vorbei an Weinbergen und Weingütern, bis nach Muizenberg mit seinen bunten Strandhäusern. Es bleibt bei einem kurzen Stopp – das Wetter lädt nicht zum Verweilen ein. Entlang der R310, mit immer wieder freien Blicken auf die False Bay, erreichen wir schließlich die N2 und fahren auf direktem Weg weiter nach Hermanus.

Der Regen hat inzwischen aufgehört, und wir können unser Mittagessen im Freien einnehmen. Das Restaurant ist spektakulär: Bientang’s Cave, direkt in eine Felsgrotte am Meer gebaut, einer der besten Plätze zur Walbeobachtung. Pünktlich zur Vorspeise zeigen sie sich. Schwer zu zählen, da man immer nur kurz die Rücken über der Wasseroberfläche sieht – wir schätzen fünf bis sechs Tiere. Wir genießen ihre Nähe, das Essen, den Wein, den Blick aufs Meer und lassen die Zeit still werden.

Danach liegt noch ein Stück Weg vor uns. Ab Bredasdorp endet selbst die Asphaltstraße, ab hier bestimmen Schotterpisten das Bild. Endloses Farmland zieht vorbei. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir das Buchu Bush Camp, fünf reetgedeckte Bungalows direkt am Eingang des De Hoop Nature Reserve. (gibt es nicht mehr ist vor Jahren abgebrannt)

Es ist kalt. Wir entzünden den Gasofen, um uns etwas aufzuwärmen, und ruhen uns bis zum Abendessen aus. Inzwischen hat der Regen wieder eingesetzt, und unsere Stimmung ist – trotz Straußensteak und gutem Rotwein – eher gedämpft. Der Strom wird über Dieselgeneratoren erzeugt, und so heißt es bereits um 21:30 Uhr: Licht aus.

Tagespensum: 310 Kilometer.

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31. Oktober. Es regnet noch immer, und es ist kalt. Was soll’s – wir können es nicht ändern. Um 9:00 Uhr starten wir in den Park. Der Regen lässt etwas nach, und die Wale zeigen sich gnädig: Einige Tiere schwimmen direkt vor dem Strand, tauchen gemächlich auf und ab, winken gelegentlich mit ihren Flossen.

So vergeht die Zeit – mit dem Beobachten dieser Riesen, dem Sammeln von Muscheln und einem langen Spaziergang am Strand. Auf der Fahrt aus dem Park begegnet uns dann doch noch ein Querschnitt der Tierwelt: Zebras, Bonteböcke, Paviane, Elandantilopen, Grey Rehböcke, ein Booted Eagle und Red-winged Starlings.

Wir nehmen die kürzere, zeitlich jedoch aufwendigere Strecke über Malgas, wo sich die letzte von Menschenkraft betriebene Pontonfähre Südafrikas über den Fluss bewegt. Danach geht es zurück auf die N2. Das Wetter verschlechtert sich zusehends, also fahren wir ohne weiteren Halt bis nach Wilderness durch.

Nach dem Einchecken bleibt uns wenig anderes, als auf das Meer zu blicken und festzustellen, dass der Regen immer dichter wird. Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen und Kartenspielen.

Zum Abendessen gehen wir in ein nahegelegenes Restaurant – nichts Besonderes, aber der Wein überzeugt so sehr, dass wir gleich eine Flasche mitnehmen. Zurück im Dune Beach House hat der Regen für einen Moment aufgehört. Wir holen zwei Sessel, setzen uns mit Wein und Zigarre auf die Terrasse – allerdings nur kurz, dann setzt der Regen wieder ein.

Also arrangieren wir uns halb im Wohnraum, halb draußen, blasen den Rauch hinaus und lassen uns ein wenig anregnen. Egal. Die Stimmung, der Blick auf den Indischen Ozean und das stetige Rauschen der anbrandenden Wellen entschädigen für alles.

Tagespensum: 290 Kilometer.

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1. November. Der Tag beginnt grau in grau. Nach einem fabelhaften Frühstück machen wir uns dennoch zu einem Strandspaziergang auf. Und siehe da: Ganz zaghaft schiebt sich die Sonne hinter Nebel und Wolken hervor. Vielleicht wird es ja doch noch ein guter Tag.

Die Fahrt führt zunächst am Meer entlang bis nach Knysna. Hier gönnen wir uns im Oyster Catcher (gibt es nicht mehr) einen kleinen Imbiss: ein Dutzend Austern und eine Flasche Chardonnay – für unglaubliche 22 Euro. Ein Moment, der in Erinnerung bleibt.

Danach geht es weiter in Richtung Port Elizabeth. Das Wetter verschlechtert sich erneut, also verzichten wir auf weitere Stopps. Kilometer fressen. In Port Elizabeth haben wir etwas Mühe, den richtigen Weg zu finden, erreichen aber schließlich gegen 16:00 Uhr unser Hotel für die nächsten beiden Tage: Woodall, nahe dem Addo Elephant Park.

Schon der erste Rundgang stimmt uns freudig. Eine gepflegte Anlage mit Spa, ruhige Atmosphäre. Wir beziehen ein großzügiges Zimmer im Obergeschoss, mit Terrasse und Outdoor-Dusche. Diese wird natürlich sofort eingeweiht. Danach Aperitif und Abendessen – entspannt, angekommen.

Tagespensum: 380 Kilometer.

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2. November. Ein grauer Morgen. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir in den nur zehn Kilometer entfernten Addo Elephant National Park. Der Tag gehört ganz dem Park.

Während wir die Wege abfahren, wird das Wetter freundlicher. Ab und zu bricht die Sonne zwischen den Wolken hervor und taucht die Landschaft in ein weiches Licht. Es wird ein herrlicher Tag, getragen von zahlreichen Tierbeobachtungen – allen voran die Begegnungen mit den Elefanten, oft so nah, dass man sie beinahe berühren könnte.

Wir bleiben bis in den späten Nachmittag, bevor wir zur Lodge zurückkehren. Auf der Terrasse lassen wir den Tag bei einer guten Flasche Wein langsam ausklingen. Der Abend folgt dem bewährten Ritual: ein ausgezeichnetes Dinner mit Beef und Calamari, dazu ein Shiraz aus Robertson, eine Partagás Serie P.

Mit vielen Anekdoten und Erinnerungen an die Erlebnisse dieses Tages endet ein weiterer intensiver Reisetag.

Tagespensum: 150 Kilometer.

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3. November. Nach dem Frühstück zieht es uns ans Meer. Über Patterson, dann weiter über staubige Pisten, erreichen wir Alexandria. Unser Plan, die Dünen zu erkunden, scheitert an den zahlreichen privaten Straßen. Stattdessen entdecken wir ein verrostetes Schiffswrack, das einsam am Strand liegt – ein stiller Zeuge vergangener Zeiten.

Bereits mittags erreichen wir die Kariega River Lodge. Um 15:30 beginnt der Game Drive – ein richtiges Abenteuer. Mit flachen Motorbooten geht es den Boesmans River hinunter auf die andere Seite, wo die Land Rover bereitstehen. Das Wetter hat sich eingetrübt, das Licht ist hart, nicht ideal für Tierfotos. Doch die Begegnungen entschädigen: Elefanten, Zebras, Gnus, Impalas, Nyalas, Springböcke ziehen an uns vorbei. Nur die versprochenen Hippos bleiben verschwunden.

Beim obligatorischen Sundowner beobachten wir in einiger Entfernung noch Büffel, während die Sonne langsam verschwindet. Auf der Rückfahrt, als bereits Dunkelheit einkehrt, kreuzen plötzlich zwei Löwinnen unseren Weg – ein Herzklopfmoment, der uns sofort die Kälte vergessen lässt. Um 21:00 Uhr erreichen wir die Lodge, durchgefroren, die Temperatur hat stark nachgelassen. Das Service zieht sich, so wird das Abendessen spät – doch die Erlebnisse des Tages wärmen uns mehr als jede Mahlzeit.

Tagespensum: 150 Kilometer.

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4. November. Ruhetag … oder doch nicht. Tagwache um 5:30 Uhr. Eine Morgenpirsch steht auf dem Programm, auf der Suche nach Geparden – leider ohne Erfolg. Die aufregendste Episode des frühen Morgens ist eine Gruppe Büffel, die uns den Weg zurück zur Lodge blockiert und Geduld einfordert.

Nach dem Frühstück wechseln wir das Tempo. Wir nehmen uns eines der Kanus und paddeln ein Stück flussaufwärts. Eine angenehme Abwechslung, still und entschleunigt, ideal, um die Vogelwelt in aller Ruhe zu beobachten.

Vor der Nachmittagsausfahrt beschäftigen wir uns noch mit den beiden zahmen Meerkatzen, die offenbar beschlossen haben, unseren Bungalow zu bewachen.

Der Game Drive am Nachmittag hält dann einen dieser Momente bereit, die man nicht vergisst: Ein Elefantenbulle kommt bis auf wenige Zentimeter an den Wagen heran. Das Herz beginnt schneller zu schlagen, man fürchtet fast, das Klicken der Kamera könnte ihn stören – doch das Tier bleibt vollkommen entspannt.

Die Krönung des Tages sind schließlich zwei männliche Löwen, die im schwindenden Licht des Abends geradezu majestätisch posieren. Wir bleiben, bis es dunkel ist; der Sundowner findet bereits in tiefschwarzer afrikanischer Nacht statt.

Beim Abendessen sorgen dann großmäulige Belgier und Holländer für akustische Präsenz – ein untrügliches Zeichen, dass es Zeit fürs Bett ist. Morgen klingelt der Wecker wieder um 5:30 Uhr.

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5. November. 5:30 Uhr. Wasser ins Gesicht, ein schneller Kaffee – dann hinaus ins Gelände. Das Wetter hat sich erneut verschlechtert. Die Hippos lassen sich auch nach langer Suche nicht blicken. Dafür begegnen uns Zebras, Red Hartebeest, Springböcke – und schließlich vier Breitmaulnashörner, friedlich grasend, als wäre nichts selbstverständlicher als ihre stille Präsenz. Im strömenden Regen kehren wir zur Lodge zurück und verabschieden uns noch von den beiden Meerkatzen, die uns in den vergangenen Tagen begleitet haben.

Danach führt uns der Weg nordwärts ins Landesinnere, über Cradock weiter in den Mountain Zebra National Park. Drei Stunden fahren wir durch den Park, mit zahlreichen Tiersichtungen: Mountain Zebras, Blue Wildebeest, Oryx und mehr.

Unser Quartier in Cradock, Tuishuise, besteht aus einer Reihe kleiner viktorianischer Häuser, jedes einzelne liebevoll renoviert. Wir beziehen das Haus Victoria. Mit den alten Möbeln und der gesamten Einrichtung fühlt es sich an, als könne jeden Moment die Queen Mum zum Nachmittagstee erscheinen.

Das Abendessen wird im Haupthaus serviert. Wir teilen uns eine Flasche Cabernet von Fleur du Cap, ziehen uns dann aber bald wieder in unser „Laura-Ashley-Haus“ zurück. Kurz darauf geht es ins Bett – morgen wartet ein langer Tag.

Tagespensum: 350 Kilometer.

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06. November: Ein langer Tag wartet, so starten wir früh, bereits nach wenigen Kilometern auf der R61 ein Highlight, ein Rhino grast unweit der Straße friedlich vor sich hin. Nächster Halt New Bedesta zum Owl House, eine kurioses Sammelsurium von Figuren und Skulpturen "verschönert" dieses Haus. Noch besser als das Haus ist der Weg hierher, wunderschöne Karoo Landschaft. Mit dem letzten Tropfen Diesel erreichen wir Graaff-Reinet, entzückende Kleinstadt mit vielen alten Häusern. Nach einem kleinen Rundgang geht es ins nahe Valle of Desolation im Camdeboo N.P., eine bizarre Felsen-landschaft mit Blick auf die Stadt. Nun heißt es wieder Kilometer abspulen, auf der N9 bis Aberdeen, dann auf der R61 bis Beaufort West und in den Karroo N.P., wahrscheinlich die letzte Möglichkeit Zebras usw. zu sehen. Doch auf der zweistündigen Rundfahrt sehen wir nur vom weitem ein paar Wildtiere. Also noch die letzten Kilometer zu unserer Unterkunft, Olive Groove auf einer Olivenplantage. Die netten Chalets verbreiten den Charme von Urlaub am Bauernhof, Gänse und Schafe laufen durch die Anlage. Nach einem Rundgang auf der Farm begeben wir uns zum Abendessen, Hausmannskost, der Springbock ist köstlich. Wir sitzen noch auf der Rückseite des Chalets und betrachten den sternenklaren Himmel. Das Wetter war den ganzen Tag gut, es ist viel wärmer als die letzten Tage, bald geht der Mond auf und die Sternenpracht schwindet, damit ist es auch für uns Zeit zu verschwinden. Tagespensum: 510 Kilometer

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07. November: Herrliches Wetter, kaltes Wasser, naja man kann nicht alles haben. Heute ist ein stressfreier Tag, Frühstück im Chalet und um 10:00 geht es los. Auf der N12 Richtung Süden bis Klaarstrom, dann westwärts auf der R407 bis Prince Albert, einem kleinen verschlafenen Ort, wo gerade viel frisch renoviert wird. Wir nutzen die nette Atmosphäre für eine Pause mit Zigarre und Chardonnay, perfekt. Nun folgt der Swartberg Pass, ein absolutes Highlight der Reise. Die Gebirgskette der Swartberge trennt die Kleine Karoo von der Großen Karoo. Eine unasphaltierte, 27 Kilometer langen Straße führt über den berühmten Pass, welcher zu den spektakulärsten Bergpässen Südafrikas zählt. Hinter jeder Kurve verbirgt sich ein neuer atemberaubender Ausblick und unvergessliche Eindrücke. Es werden viele Stopps zum Staunen und Fotografieren bis Outshoorn, die Straußenhauptstadt von Südafrika, erreicht ist. Wir übernachten auf DeZeekoe, wie ich bereits 20002, seither hat sich einiges getan.  Die Holzhütten sind einige Minuten vom Haupthaus entfernt an einem kleinen See (leider nicht mehr zu buchen), sehr idyllisch. Ich fahre noch schnell in die Stadt, besorge Wein, Wasser und Biltong für den Nachmittagssnack. Abendessen gibt es in der Stadt im Jemima`s, ist unter den 10 besten Restaurants in SA (damals), Strauß Carpacchio, Springbockrollen, dreierlei Steaks und eine Flasche Meerlust Cabernet. Zurück im Haus den ersten lauen Abend mit Wein und Zigarre auf der Terrasse ausklingen lassen. Tagespensum: 510 Kilometer

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08. November: Herrlich nach dem Aufwachen auf die Terrasse zu gehen, über den See zu blicken und die Vögel beim morgendlichen Baderitual zu beobachten. Nach dem Frühstück geht's auf Farmtour, wir lernen viel über die Riesenvögel mit den großen Augen und dem kleinen Gehirn. Einschließlich dem Beiwohnen der Geburt und dem ersten Betatschen danach. Heute ist dir R62 an der Reihe, so etwas wie die Route 66 von Südafrika und sie hält was sie verspricht, immer wieder wechselnde Eindrücke der Karoo lassen die Zeit schnell vergehen. Kurzer Besuch bei "Ronnies Sex Shop", der ultimative Stopp in der Wüste, stilgerecht stehen ca. 20 Harleys vor dem Pub. Hinter Barydale machen wir bei einem Weingut, Joubert Tradauw, Halt zum Lunch, über Montagu, Robertson und Worcester geht die Fahrt bis Paarl ins Palmiet Valley  Estate, fast 300 Jahre altes Anwesen, es wird gerade von einem skurrilen Germanen renoviert. Geld spielt da wohl keine Rolle, abgesehen von den fünf Mercedes-Oldtimern aus den 50ern baut er gerade ein neues Haus im Kap-Holländischen Stil und die Einrichtung sind Antiquitäten aus einem indischen Schloss (mittlerweile hat das Anwesen neue Eigentümer, die 2014 und 2022 nochmal renoviert haben und ist seit 2023 als Hotel wieder geöffnet). Verrückt, wir fühlen uns wie auf einer deutschen Enklave, die Angestellten sind fast alles Deutsche, ob Kofferträger, Zimmermädchen oder der von oben bis unten tätowierte Koch aus Sylt. Oder sie sprechen perfekt Deutsch wie die afrikanische Rezeptionistin. Um 19:00 ein Come Together zum Sundowner mit dem Wein des Gutes. na ja. Abendessen im Garten unter riesigen alten Eichen gemeinsam an einem großen Tisch. Wir haben Glück und sitzen neben einem Paar aus Kapstadt, das Essen ist gut, der Wein ok, das Ambiente atemberaubend, da können uns auch die Allüren und Ansichten des Besitzers den Abend nicht verderben und es ist bereits sehr spät als wir zu Bett gehen. Tagespensum: 400 Kilometer

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09. November: Frühstück unter den alten Eichen im Park auf einem wundervoll gedeckten Tisch, fabelhaft. Heute ist das Weinland am Programm, Paarl, Franshoek und Stellenbosch. Besuch von dem alten Weingut Boschendal mit Rundgang in der wundervollen Gartenanlage. Mittagspause in Vergelegen bei Somerset West, einem wunderschönen Weingut mit super Restaurant, auf der Rosenterrasse genießen wir den Lunch und eine Flasche Cabernet. In Stellenbosch, hier ist es echt extrem touristisch, beschließen wir die Rundfahrt durch das Weingebiet bei einem (ausnahmsweise) guten Espresso

Auf nach Capetown, dort wo alles begann, in Camps Bay, hier wird es auch enden. Kleine Irrfahrt da ich die Unterkunft verwechsle, nicht Atlantik Suites sondern Atlantik View ist unser Hotel. Und hier erwischt er uns, der berüchtigte South Eastern, auch genannt Cape Doctor. Der Sturm fegt mit einer Kraft durch die Straßen, die unglaublich ist. So bleiben wir trotz Sonnenschein im Zimmer denn auf der Terrasse kann man nicht sitzen, erst später finden wir ein kleines, halbwegs windgeschütztes Plätzchen wo wir bei "Vergelegen" Merlot und Zigarre den wundervollen Sonnenuntergang erwarten.  Mit dem Taxi lassen wir uns zu unserem Lieblingslokal bringen, dem Codfather, diesmal rechtzeitig reserviert, so gibt es auch einen perfekten Tisch. Traumhafte Calamari aus Patagonien, jede Menge Fisch und noch mehr Wein, besser geht es nicht (in den kommenden Jahren werden wir hier noch oft Station machen). Zufrieden und müde lassen wir uns ins Hotel zurück bringen. Tagespensum 150 Kilometer                                                                                                   cm

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10. November: South Eastern, an den geplanten Tag auf der sonnigen Terrasse ist nicht zu denken, der Wind bläßt mit einer Vehemenz als wollte er dir das Leben aus dem Körper fegen. Also Alternativ Programm, eir fahren nach Groot Constantia, dem ältesten Weingut der Kapregion. Ausführlicher Rundgang, durchs Haus, dem alten Keller und der Gartenanlage. Nun kreuz und Quer durch die Kaphalbinsel bis zu Cape Point N.P. Allerding ist der Wind hier wieder voll zu spüren und der Cheapmans Peak Drive ist geschlossen. So suchen wir uns ein uriges Pup in Noordhoek "Red Hering". Calamari & Chips dazu eine Flasche Sauvignon Blanc, halbwegs windgeschützt auf der Terrasse schauen wir stundenlang auf das aufgepeitschte Meer. Am Abend geht es mit dem Taxi an die Waterfront, echt abenteuerlich was hier noch als Taxi herumfährt, da kann man nur hoffen heil anzukommen. Nach etwas Shopping folgt das Essen im Belhtazar das beste Steakhouse in Cape Town, volles Programm, Calamari, Springbock, Wildebeest, eine Flasche Capaia und das herrlichste wir können, am letzten Abend der Reise, noch draußen sitzen.

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11. November: Letzter Tag, windig, frühstücken, packen, abreisen.... Der Flug geht erst am Abend, wir nutzen die Zeit um die Innenstadt von Cape Town zu erkunden. Der Wagen bleibt in der bewachten Waterfront, wir wandern zu Fuß in die Innenstadt (davon wird uns in den Jahren danach abgeraten, aus Sicherheitsgründen sollte man dies 2 Kilometer auch mit dem Taxi zurück legen. Wir finden die Innenstadt nicht ganz so spannend, (diese Meinung werden wir in den folgenden Reisen noch ändern) Fasziniert sind wir von den Shops in der Long Street allen voran den Pan African Market, Kunst und Kitsch aus allen Regionen Afrikas, großartig. Mittagspause machen wir wieder in der Waterfront, wieder im Belthazar und wir werden wieder nicht enttäuscht, Hühnerleber Piri Piri, Sardinen, Impala und eine Flasche Thelema Merlot. Die Sonne lacht vom Himmel, warme Temperaturen, traumhafte Stunden was will man mehr. Die Fahrt zum Flughafen und das Boarding verläuft reibungslos, wir haben auch noch Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit das passt,

12. November Flughafen Frankfurt, Schock und Ärger seit einer Woche gibt es neue Handgepäck Bestimmungen in der EU, das war in SA kein Thema. Da bleibt einiges an teurer Kosmetik zurück, die mehr als 100ml haben.

Zeit Bilanz zu ziehen, SA hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Auch wenn es das Wetter nicht so gut mit uns gemeint hat,

Regen und Kälte in De Hoop und Wilderness, durchwachsenes Wetter in Kariega, mörderischer Wind in Camps Bay, so hatten wir doch auch sonnige Tage. 3350 Kilometer durch ein herrliches Land, die Wale in Hermanus und De Hoop, der unglaubliche Strand von Wilderness, die National Parks allen voran Addo und der Mountain Zebra, die Begegnungen mit der Tierwelt in Kariega, die Weite der Karoo, ein unvergessliches Abendessen unter alten Eichen in Paarl, die lebendigkeit der Waterfront und viele viel kleine weitere Erlebnisse auf dieser Reise machen Lust auf mehr....

You can leave Africa, but Africa will never leave you.

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